Wirtshaus,Wei ond Weiber

Man darf niemals einen Tübinger Wein oder einen Reutlinger Wein alleine trinken. Das wäre lebensgefährlich. Der „Genuss“ ist nur zusammen möglich. Der Tübinger Wein reißt einem nämlich Löcher in den Magen und der Reutlinger Wein zieht sie wieder zusammen.





Ein Ehepaar hat den Schwarzen Grat, den höchsten Berg Württembergs erklommen und freut sich riesig über das wunderbare Panorama, das sich vor ihnen ausbreitet. „I ben wia berauscht!“, sagt er.
Meint sie: „Siehsch,, ´s goht au ohne saufa!“






Nach der Singstunde nehmen einige Herren aus dem ersten Tenor noch kräftig einen zur Brust. Auf dem Heimweg singen sie lauthals: „Guter Mond, Du gehst so stille....“Eine Frau reißt das Fenster auf und ruft: „Nemmet se sich a Beischpiel dra, meine Herra...!“







Schwäbische
Wirtshaus-Witz' (1)
von Wulf Wager

Gebundene Ausgabe -
92 Seiten - DRW

Erscheinungsdatum: 2001
ISBN: 3-87181-471-7

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Schwäbische
Wirtshaus-Witz' (2)
von Wulf Wager

Gebundene Ausgabe -
92 Seiten - DRW

Erscheinungsdatum: Sep. 2002
ISBN: 3-87181-479-2

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Der schwäbische Hotelgast zum Ober: „I hätt’ gern zwoi viel zu hart kochte Oier, en eiskalta Speck, a verbrennt´s Toschtbrod, tiefg’frorane Butter ond an lauwarma Kaffee!“
Darauf der Ober: „Das dürfte schwierig sein.“ Der Schwabe: „Wieso? Gerscht isch’s doch au ganga!“






Zwei Bauern gehen in das neu eröffnete „Pils-Pub“ in ihrem Dorf. An der Tür hängt ein Zettel mit der Aufschrift: „Großes Gewinnspiel! Kostenloser Sex zu gewinnen!“ Die beiden gehen zum Wirt und fragen was man tun muss, um zu gewinnen. „Ganz oifach,“ sagt der Beizer, „I denk mir a Zahl zwischa 1 ond 10 ond wenn se dia richtig rotet, dann hend se gwonna.“ „Fünf“, rät der eine Bauer. „Duat mr loid, es isch die Vier. Sia hend leider nix gwonna.“ Einige Tage später versucht es der andere Bauer auch, aber verliert ebenfalls. Daraufhin meint er zu dem Ersten: „Woisch Du, i glaub irgendwia isch was faul an dem Schpiel!“ „Des glaub i net“, meint der Erste, „mei Frau hot nämlich letzte Woch scho zwoi mol g’wonna...“




Domm gloffa!

Ein oberschwäbischer katholischer Geistlicher ist unterwegs zu einer Tagung. Am Tagungsort angekommen macht er sich mit seiner Haushälterin auf die Suche nach einem Hotel. Aufgrund der Tagung sind allerdings alle Einzelzimmer bereits belegt. Der Hotelier kann dem Geistlichen nur ein Doppelzimmer für sich und seine Haushälterin anbieten. In der Not frisst der Teufel Fliegen und die beiden haben das Doppelzimmer genommen. Selbstverständlich ist nichts unmoralisches passiert. Trotzdem zieht es den oberschwäbischen Geistlichen zur Beichte. Der Bischof, der ihm die Beichte abnimmt sagt: „Mein Sohn, Du musch 40 Liter Wasser trinka!“. Sehr erstaunt über diese ungewöhnliche Buße erwidert der Pfarrer: „Ja wieso denn des, es ich doch gar nix bassiert!“.
Darauf der Bischof: „Des isch die Tagesration für a Kamel!“






Schwäbische Eigaheita

Drei Zugfahrer sind unterwegs auf der erotischen schwäbischen Tour, die über Freudenstadt und Lustnau nach Gaildorf führt. Sie sinnieren über die Dialekte Deutschlands. Sofort sind sie sich darüber einig, dass das Berlinerische der schönste unter den deutschen Dialekten sei. Auch bei der Frage nach dem hässlichsten Dialekt kommt man schnell auf einen Nenner und einigt sich auf das Sächsische. Allerdings beim bilderreichsten, blumigsten Dialekt, bei der Sprache also, die für ein und die selbe Tätigkeit die meisten Begriffe kennt, kommen die drei Reisenden auf  keinen grünen Zweig. Mittlerweile ist der Zug in den Stuttgarter Hauptbahnhof eingefahren. Draußen auf dem Bahnsteig ist ein mords Geschrei. Sie öffnen das Fenster und sehen, wie ein Betrunkener, der an den Eisenbahnwagen pinkelt, vom Schaffner zusammengestaucht wird. „Was urinieret Sie an den Waga na, des isch doch koi Platz zom harna. Wenn Sie pinkla miassat, no gangat Se do na, wo ander Leut au ihr Wasser abschlagat. Do kennat se zinsla ond brinsla so lang se wellat, aber net die Eisabahwäga verbronza, Sia Schiffbeitl, sia versaichter, so was gibt´s bei der Eisabah net!“
Damit war klar, das einzig und allein Schwäbisch, der bilderreichste, blumigste Dialekt Deutschlands ist.






Ein junger Mann kommt auf die Samenbank und möchte spenden. Die Krankenschwester frägt: „Mechtat Sia a Reagenzgläsle, a Jogurtbecherle oder a Gsälzhäfele?“ Der junge Mann entscheidet sich für das Gsälzhäfele. Er nimmt es und verschwindet hinter dem Vorhang. Wenig später hört die Schwester ein heftiges Stöhnen, das von der anderen Seite des Vorhangs kommt. An diese Geräusche gewöhnt widmet sie sich wieder ihrer Arbeit. Als das Stöhnen nicht aufhört und immer stärker wird, frägt sie: „Kann i Ihne irgend wie helfa?“ Darauf der junge Mann hinter dem Vorhang: „Jo, gebat se mr bitte a feucht´s Handtuch.“ Sie wirft das Handtuch über die Vorhangstange. Doch das angestrengte Stöhnen nimmt kein Ende. „Kann i Ihne nomol helfa? Brauchet Se nomol a Gsälzhäfele?“ Der junge Spender erwidert nur: „Noi, noi, i  bring jo ´s scho beim erschte da Deckl  net auf!“






Wir Schwaben sind ja weltoffene Menschen. Des muaß oifach mol gsait sei.
Es war in den 1920er Jahre. Eine Bäuerin fährt mit dem Zug von Aalen nach Nördlingen. Auf der Bank gegenüber sitzt ein Neger – ein Mohr – ein Farbiger – ein afrikanischer Schwob halt! Sie mustert ihn eine ganze Weile. Dann fragt sie keck: „Gell, sia send net von do?“ Der Schwarze versteht natürlich nichts und schüttel deshalb mit dem Kopf. „Aha, drom.“






Drei Soldaten, ein Amerikaner, ein Franzose und ein Schwabe sind gemeinsam im Manöver. Nach drei Wochen „im Dreck romwala“  beginnt der Franzose zu spintisieren: „Wenn isch nach ´ause komme, dann lasse sich die Badewann´ voll mit Champagner. Dann leg isch mein Freu ´inein, dann ´ol isch sie wieder raus und dann leck isch sie ab, von den Kopfen bis su den Fußen.“ Der Amerikaner schließt sich den Gedanken des Franzosen an: „Well, unn wenn  ick nack Hause komme, dann schmiere ick mein Frau ein mit Chockolat von die Kopf bis zu den Fuße, und dann lack ick das älles ab.“
Etwas zwanzig Minuten später äußert sich der Schwabe sehr spontan und schlagfertig mit den Worten: „Goht des mit Moscht au?“






Die Prinzessin betrachtet sich selbstverliebt im Spiegel: „Spieglein, Spieglein an der Wand. Wer ist die Schönste im ganzen Land?“
Darauf der schwäbische Spiegel:
„Gang amol auf ´d Seite, du fette Kuah, i sieh jo gar nix!“






Viechereia

Ein Mann betritt die Zoohandlung um einen Papageien zu kaufen. „Was koscht’n der scheene bunte dohanna?“, fragt er.
„Der koschtet zwoitausad Euro!“ gibt der Verkäufer Auskunft.
„Aue, descht an haufa Sach, wieso koscht’n der soviel?“, möchte der Mann wissen.
„Ha wisst Se, der ka schwätza ond senga!“, erläutert der Verkäufer.
„Ja, ond was koscht der gelbe do?“, will der Mann wissen.
„Der koscht dreitausad Euro!“
„Hoi, ja wa ka no der?
„Der ka femf Sprocha fließend schwätza!“, gibt der Verkäufer bereitwillig Auskunft.
„Ja, ond der kleine graue dohenta, isch der ebbes billiger?“, will der Vogelfreund wissen.
„Do hend se sich da Richtiga ausgsuacht. Des isch onser teuerschter, der koschtet femftausend Euro!“
„Ja, um Gottes Willa, was ka no der?“ fragt der Mann.
Darauf der Verkäufer: „Des woiß i au etta, aber de andere zwoi sagat Chef zu ehm!“






Die Fliegenmama stolziert mit ihren Kindern Max und Hugo über Onkel Otto’s Glatze. Auf einmal sagt die Mutter zu ihren Kindern: „Ihr Kender hends heutz’tag guat! Als i so kloi war wia ihr, isch des do no a schmaler Trampelpfad gsei!“.






Eine Schildkröte klettert mühselig einen hohen Baum rauf, und wie sie die Krone erreicht hat, blickt sie in die Runde, springt und breitet die Beinchen auseinander. Sie prallt heftig auf dem Boden auf und macht sich sogleich wieder auf den Weg nach oben. Immer wieder springt Sie und fällt sie jämmerlich auf den Boden. Das Drama wiederholt sich einige Male. Zwei Bäume weiter sitzt ein Taubenpärchen. Meint sie zu ihm: „I glaub jetzt wird’s Zeit, dass mr dem saget, dass’r adoptiert isch...“






 Ein Wolf und ein Fuchs treffen sich, sagt der Wolf: „Du, i langweil mi so, was könntet mir denn macha?“. „Mir könntet ja zom Hasa ganga ond den a bissle herschlaga“, sagt der Fuchs. „Aber mir müsset natürlich au en Grond han. Also wenn`r a Käpple aufhot, saget mir oifach „Du kannscht doch net mit so ma  bleeda Käpple romlaufa, do sperrsch`d doch dia Sonna aus' ond wann`r koi Käpple aufhot, no saget mir oifach „du wirsch dr no dr Tod hola, ohne Käpple“.
Gesagt getan! Sie gehen zum Hasen, der hat kein Käpple auf, sie sagen ihr Sprüchlein und verprügeln ihn. Am nächsten Tag kommt der Wolf wieder zum Fuchs und sagt: „Du, ich langweil mich“. „Ganget mr doch wieder zom Hasa ond haut’n her“. „Das können wir doch nicht schon wieder machen“. „Freile! Mir ganget na ond froget’n noch oira Zigarett. Ond wenn’r ons oine ohne Filter a’bietet, saget mr „du willscht ons wohl vergifta“ ond hauet’n her, wenn er ons oina mit Filter a’bietet, saget mr „Du willscht ons wohl dr Gschmack vorenthalta“ ond haut´n  genauso“. „Au ja so mache mr's“. Gesagt, getan, sie gehen zum Hasen und fragen ihn nach einer Zigarette. Der Hase antwortet: „Mit oder ohne Filter?“ Da sagt der Fuchs zum Wolf: „Du guck amol, der hot scho wiedr koi Käpple uff!“






Onsre schlaue Baura

 Manche spöttischen Städter sagen den Bauern auf dem Lande nach, sie „seien etwas zurückgeblieben“. Trotzdem hat jeder seinen Daimler in der Scheuer stehen. Das kommt von der optimalen Fruchtfolge: Weizen, Rüben, Bauland.






Ein Bäuerle von der Alb fährt zu einem Arztbesuch nach Stuttgart. „Herr Doktr, i mecht mi kaschtriera lassa“.  „Aber, aber,“ entgegnet der Doktor, „Sie sind doch noch jung, warum wollen Sie den diesen Eingriff vornehmen lassen?“ „Mai Weib hot gsait, i soll mi kaschtriera lassen, und wenn mei Weib sait, i soll mi kaschtriera lasse, no lass i mi kaschtriera“, erläutert das Bäuerle. Also wird diese Operation durchgeführt. Als das Bäuerle wieder nach Hause kommt frägt seine Frau: „Ond, hosch de en Stuegert impfa lasse?“. Daraufhin läuft das Bäuerle hochrot an: „Heilandzack, impfa hot des g´hoißa“.






Zum Thema Bauernsterben:
Dr Knecht kommt ens Wirtshaus gstürzt:
"Bauer, komm schnell, d`Schuier brennt!"
"Was, jetzt scho?"






Ein Bauernpaar aus dem Calwer Wald kommt zum ersten Mal in die Landeshaupstadt Stuttgart. Voll Verwunderung schlendern sie durch die Markthalle. An einem Obst- und Gemüsestand bleiben sie stehen und betrachten die große Auslage. „Was send den des für hoorige Kartoffla?“, frägt die Bäuerin. Der Verkäufer: „Das sind keine Kartoffeln, das sind Kiwis. Die kosten eine Mark pro Stück.“ „Was, oi Mark pro Stück?“, ruft die Bäuern erstaunt aus. Darauf der Verkäufer: „Ja, was glaubat Sia, die werdat ei´gführt“. Nun mischt sich auch der Bauer ein: „Siesch, dia muaß mr eiführa, ond Du daube Laus hättsch se gfressa!“



 Vor vielen Jahren ist der Hämmerle-Schorsch nach Kanada ausgewandert. Als nach dreißig Jahren wieder seine Schulkameraden im Wirtshaus trifft, wird er mit Fragen gelöchert. Gerne erzählt er von seinem Auskommen in der neuen Welt: „Wissat ´r, i hau en Ackr, der ischt so grauß, dass i en ganza Dag drzua brauch, om mit meim Auto dromrom zom fahra!“
Der Hülabaur, der die Angeberei schon eine ganze Weile satt hat: „Jo, jo, so a Auto han i au scho g´hätt!“






Ein Finanzbeamter macht Außenkontrolle bei einem Bauern in Dettingen/Teck und stellt fest, dass dieser eine Schnapsbrennanlage hat. „Bauer, dodrfir musch Du Steura zahla!“
„Aber wieso, i brenn doch gar koin Schnaps!“
„Aber Du hosch des Gerät drfir!“
Tags darauf geht der Bauer in die Stadt und direkt zum Finanzamt, zum selben Beamten.
„Finanzer, i mecht gern Kinderbeihilfe beantraga!“
„Wieso, Du hosch doch gar koine Kendr?“
„Aber i hau’s Gerät drfir!“






Ein Bäuerle aus der Heilbronner Gegend wird von einem Aufseher dabei beobachtet, dass er völlig desinteressiert durch die Stuttgarter Staatsgalerie spaziert. Am Ende des Besuchs trägt er sich in das Gästebuch ein. Nachdem das Bäuerle die Staatsgalerie verlassen hat, liest der Aufseher nach, was dieser merkwürdige Besucher wohl in das Buch geschrieben hat. Dort steht unter der Rubrik „Grund Ihres Besuchs“: Wolkenbruch!






Eine Frau fährt mit ihrem Porsche auf den Wochenmarkt um Kartoffeln zu kaufen. Der Bauer fragt: „Hättat Sia gerne weibliche oder männliche Krombiera?“. „Was?“, fragt die Frau ganz erstaunt. „Gibt’s denn unterschiedliche Kartoffeln?“. „Ha, nadierlich“, antwortet der Bauer. „Dann nehme ich 20 kg weibliche Kartoffeln. Verstauen Sie diese bitte gleich im Kofferraum meines Fahrzeuges“. Der Bauer nimmt die Kartoffeln und schüttet diese einfach in den Kofferraum. „Was ist denn das für eine elendige Sauerei!“, schreit die Frau ganz außer sich. „Warom?“, fragt der Bauer ganz erstaunt. „Hättet Se männliche Kartoffla g’nomma, wäret se im Sack g’wesa!“.






Der Kellner zum Gast: „Darf ich Ihnen eine schöne Ochsenzunge empfehlen?“
„Noi, i ess nex, was andre scho mol em Maul g’het hend. Brengat se mr liebr zwoi Oier!” 






Ein Bauer wird im Spätsommer von einem enormen Blasendruck geplagt. Also steigt er vom Bulldog ab und bieselt an eine Hecke. Mitten im herrlichen Gefühl der Erleichterung setzt sich eine Wespe auf sein bestes Stück und sticht zu. Vom Schmerz gepeinigt rennt er in die Milchkammer und hängt seinen Zäbedäus in eine gut gekühlte volle Milchkanne.
Plötzlich steht die Magd in der Tür und sagt: „Also wia mr’n leert des woiß i, aber wie mr’n wieder lädt, des han i noit g’wisst!“






Zum Festtag hat die alte Bäuerin einen besonders guten Rührkuchen gebacken. Gerade mit Eiern hat sie nicht gespart und statt normalerweise drei Eiern hat sie sechs verwendet. Auf dem Weg vom Backhaus nach Hause stellt sie den Kuche zum Auskühlen auf die Friedhofsmauer und rastet selbst ein bisschen auf der Bank. Beim Aufstehen stößt sie versehentlich an das Kuchenblech und der gute Kuchen rutscht über die Mauer auf  den Friedhof. Vom plötzlichen Kuchenverlust übermannt, jammert und weint sie: „Oh jeh, er war doch so schee ond so frisch!“. Der Pfarrer, der gerade zufällig vorbei kommt versucht die alte Bäuerin zu trösten. „Aber Mütterle, dort liegen viele, die noch jung waren.“
„Jo, Herr Pfarrer des scho, aber koiner mit sechs Oier!“